Dienstag, 11. Juli 2006
Sepp Blatter beweist ein ums andere mal, dass er die Weltherrschaft für sich als alleinigen Diktator beansprucht:
- Wie es sich für einen echten Diktator gehört, sorgt er dafür, dass seinen Vasallen vergünstigungen zukommen.
- Wie mir zu Ohren gekommen ist, waren während der Weltmeisterschaft waren sogar T-Shirts mit dem falschen Aufdruck in der Nähe der Stadien verboten - eine Kleiderordnung wie im Mittelalter.
- In einer Stadt wie München, in der es ja durchaus auch trinkbares Bier gibt, mussten sich die Gäste im Stadion mit einem seltsamen Gebräu abfinden, das mal jemand im Vollrausch als “Bier” bezeichnet hat. Auch in anderen deutschen Städten war die Fallhöhe von den Produkten der jeweiligen örtlichen Brauereien zu dem Stadion-“Bier” und nicht viel niedriger.
- Auch bei den festen Nahrungsmitteln sah die Lage nicht anders aus als bei den flüssigen.
- Bei der Ticketvergabe wurde verlost, was ich grundsätzlich noch akzeptieren kann, aber natürlich erst, nachdem die treuen Vasallen mit Tickets versorgt waren. Da ist das alte Prinzip beim Ticketverkauf, “wer zuerst kommt malt zuerst” bei weitem fairer.
- Diktatoren sind korrupt und haben einen korrupten Apparat
- Über die “Wahl” Blatters zum FIFA-Chef ist ja schon viel geschrieben worden, nur nicht, dass alles mit rechten Dingen zugegangen wäre.
- Auch bei der Entscheidung, die WM in Deutschland auszurichten halten sich hartnäckig die Korruptionsgerüchte und man macht sich nicht einmal die Mühe, das ernsthaft zu dementieren.
Echte Tyrannen aber
streben die Weltherrschaft an und hindern andere Völker an der Ausübung
ihrer Demokratie. Diese Grenze hat Sepp Blatter inzwischen auch überschritten.
In Griechenland gibt es ein (demokratisch zustande gekommenes) Gesetz,
das dem Staat die Mitsprache in sprotlichen Fragen ermöglicht. Ob das
für die griechische Mannschaft von Vorteil ist, wage ich zu bezweifeln,
aber das gibt der FIFA noch lange nicht das Recht, den griechischen
Fußballverband auszuschliessen.
Liebe Griechen, bleibt hart und bleit draussen. Das ist zwar im Moment schwer, aber es ist langfristig besser als der vorauseilende Gehorrsam unserer Bundesregierung. Lasst euch nicht unterkriegen und rettet eure Demokratie vor den Fängen der FIFA!
Dienstag, 6. Juni 2006
Unser allseits geliebter Herr Stoiber hat sich zu seinen religiösen Gefühlen geäußert. Scheinbar fühlt er sich von einer schlechten Comicserie, die auf einem Spartenkanal läuft und die vermutlich kaum jemand ohne den Aufschrei der konservativen Katholiken wargenommen hätte, auf den Schlips getreten. Er lässt sich mit dem Satz "Wir brauchen in unserer Gesellschaft einen
Grundkonsens, dass nicht alles mit Füßen getreten werden darf, was
anderen heilig ist." zitieren.
Damit nicht genug, er fordert "eine ausgewogene Balance: Zwischen Meinungsfreiheit . . . und einer
Grenze für die Verletzung religiöser Empfindungen"
Wenn man ihn wörtlich nimmt, warum tut er das dann? Mir ist unter anderm die Presse- und Meinungsfreiheit heilig. Warum tritt er sie mit Füßen? Die Antwort ist einfach: Quod licet Iovi non licet bovi. Er hält sich also für göttlich und mich für ein Rindvieh. Das hat aber dann nichts mehr mit religiösen Gefühlen zu tun, sondern mit gnadenloser Selbstüberschätzung gepaart mit unübertroffener Arroganz.
Donnerstag, 11. Mai 2006
Es ist Zeit, dass ich mal wieder was schreibe, aber ich habe keine Zeit. Nur so viel: Nebenbei habe ich ein interessantes Projekt mit Kae Verens angefangen: Wir versuchen seinen JavaScript-Compressor nach C++ zu portieren und als Library zur Verfügung zu stellen. Es geht nur langsam voran, weil wir das beide in unserer Freizeit bereiben, aber es geht voran.
Montag, 27. März 2006
“Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten!” So schallt es seit Jahren aus der von Frau Dr. Angela Merkel geführten CDU, wenn es um die Videoüberwachung auch von Privaträumen (Seite 4,1. Absatz) geht.
Die Geister dies sie rief, sie wird sie nicht mehr los.
Mittwoch, 22. März 2006
Nicht nur mir ist aufgefallen, das die friedlichen Umstürze in den postkommunistischen Diktaturen in den letzten Jahren alle nach dem gleichen Schema abgelaufen sind. In Serbien 2000, 2003 in Georgien und ein Jahr später in der Ukraine ist immer das gleiche Schema zu finden. Das ist kein Zufall. Die erfolgreichen Serbischen Revolutionäre haben unter ihrem alten Kapfnamen “Otpor” mit Mitteln aus Westeuropa und der USA ein Netzwerk aufgebaut, das finanzielle, moralische und logistische Hilfe für freiheitliche Revolutionäre auf der ganzen Welt liefert. Als nächstes steht Alexander Lukaschenko auf der Abschussliste.
Was soll ich sagen: Ich finde das gut. Ich sehe auch kein Problem darin, wenn westliche Staaten die Oppositionsbewegung in Staaten wie Weißrussland unterstützen. Wenn unsere Politiker in ihrem eigenen Land die Freiheit auch nur halb so hoch schätzen würden, wie Organisationen vom Schlage einer Soros-Foundation, oder Otpor sie weltweit ausbauen wollen, dann wäre auch für uns schon viel gewonnen. Vielleicht sollten auch wir einmal einen Blick in das einschlägige Handbuch für Revolutionäre vom Albert Einstein Institut in Boston werfen. Nicht dass ich jetzt zur Revolution aufrufen wollte - nur, damit man im Notfall weiß, wie man vorgehen könnte.
Freitag, 10. März 2006
Ich habe die Seite www.99-bottles-of-beer.net um eine JavaScript-Implementation ergänzt. Dabei ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen: in der Funktion verse[2]() muss der zweite Parameter in dem Aufruf zu createVerse() “takeOneDown()+’1 bottle of beer on the wall.’” lauten.
Freitag, 3. März 2006
Im Zusammenhang mit den Putschvorwürfen gegen weißrussische Oppositionelle hat Alexander Lukaschenko laut RIA Nowosti doch tatsächlich geäußert, die ganze westliche Welt arbeite nur daran, ihn zu stürzen. Dem Mann haben sich die Verhältnisse aber massiv verschoben. Wenn das wirklich so wäre, sähe die Situation in seinem Land aber ganz anders aus als jetzt, aber die westlichen Staaten haben manchmal auch etwas anderes zu tun, als das überdimensionierte Ego eines Diktators zu streicheln. Tatsächlich stützt die westliche Welt seine Wirtschaft, indem sie dort z.B. die Hemden für ihre Polizisten bestellt. Die sind ja auch dringeng nötig um die Entmachtung der westlichen Völker voranzutreiben und welches Land könnte ein besserer Partner sein, als eines, in dem das Volk bereits machtlos ist.
Mittwoch, 1. März 2006
Japanische Forscher haben das erste richtige 3D-Display entwickelt. Wie heise berichtet, haben japanische Forscher es geschafft, Lichtpunkte in normaler Luft zu erzeugen. Dafür erzeugen sie kleine Plasma-Explosionen mit Hilfe eines Infrarot-Lasers. So entsteht aus den Lichtpunkten ein Räumliches Bild.
Viele Lorbeeren hat die aktuelle Regierung in ihren ersten 100 Tagen eingeheimst, aber ich frage mich wofür? Dafür, dass Frau Merkel in der Lage ist, einen Handkuss entgegen zu nehmen? Ich bin schwer beeindruckt. Versteckt hinter der geschürten Panik um die Vogelgrippe wurden die Rechte der Bürger beschnitten und ab nächstem Jahr werden die Standortvorteile der deutschen Wirtschaft eingeschränkt, indem die Mehrwertsteuer angehoben wird. Toll.
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